EIN BEWEGENDER VORTRAG ÜBER LEBEN UND WIRKEN DIETRICH BONHOEFFERS

- 28.06.2023 - 

Im Rahmen des Jubiläums 50 Jahre Dietrich-Bonhoeffer-Kirche referierte der Direktor des Religionspädagogischen Instituts der Evangelischen Landeskirche in Baden Dr. Uwe Hauser über Leben und Wirken Dietrich Bonhoeffers.
 

„Es gibt viele gute Gründe, sich mit Dietrich Bonhoeffer auseinanderzusetzen. Aber wir Evangelischen in Forst sind aktuell ganz besonders herausgefordert, uns mit ihm zu beschäftigen. Schließlich ist er der Namenspatron unserer Kirche, deren 50-jähriges Bestehen wir in diesem Jahr feiern können.“ Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Wolfgang Brjanzew die zu einem Gemeindeabend in die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche gekommenen Gäste und den Referenten Dr. Uwe Hauser aus Karlsruhe. Der ließ in seinem spannenden Vortrag wichtige biographische Stationen und Grundgedanken der Theologie Dietrich Bonhoeffers lebendig werden. Dabei machte er im Blick auf die Entwicklung des hochbegabten Theologen und mutigen Glaubenszeugen deutlich, wie sehr ihn seine Familie, insbesondere seine Eltern geprägt hatten. Bereits mit 21 Jahren hatte er promoviert und sich kurz danach auch gleich habilitiert. Doch neben seiner wissenschaftlichen Kompetenz verstand er es, andere Menschen für die Sache des Glaubens zu begeistern. Beeindruckend war, dass er bereits als blutjunger Theologe, gleichzeitig als Dozent, Studentenpfarrer und in der Begleitung problembehafteter Jugendlicher auf dem Weg zu ihrer Konfirmation tätig war. In seiner Lehre und in seinem persönlichen Handeln orientierte er sich sehr klar an der Lehre und am Vorbild Jesu. Schon bereits vor der Machtergreifung Hitlers erkannte er die Gefahr der nationalsozialistischen Ideologie, die er vor allem im Blick auf ihren Antisemitismus und ihr im Widerspruch zum ersten Gebot stehendes absolutes Führerprinzip sehr früh öffentlich kritisierte. Dafür wurde er vom Naziregime mit Lehr- und Schreibverbot abgestraft. Sehr schnell war Bonhoeffer zu einem der führenden Köpfe der bekennenden Kirche geworden. Als Leiter ihres Predigerseminars in Finkenwalde prägte er viele spätere Pfarrer. Der Referent hob anhand entsprechender Beispiele die Weltläufigkeit Bonhoeffers hervor, der im Rahmen seiner Reisen und Auslandsaufenthalte vielfältige internationale Beziehungen knüpfte und unter anderem in etlichen internationalen ökumenischen Gremien engagiert war. Dort setzte er sich für eine ökumenische Kooperation der Kirchen ein und forderte von ihnen ein konsequentes Eintreten für den Frieden. Seine internationalen Kontakte nutzte er dann auch, als er sich als Mitarbeiter im militärischen Geheimdienst der Wehrmacht dem Widerstand gegen die Nazidiktatur anschloss. In diesem Zusammenhang warb er im Ausland unter anderem für eine Unterstützung jener, die den Sturz Hitlers anstrebten. Obwohl man ihm anfangs keine konspirative Arbeit nachweisen konnte, wurde Dietrich Bonhoeffer 1943 von der Gestapo verhaftet und schließlich 1945, kurz vor der Kapitulation Deutschlands, ohne Gerichtsverhandlung auf persönlichen Befehl Hitlers im Konzentrationslager Flossenbürg von der SS erhängt. Der Referent unterstrich in seinen Ausführungen, dass Bonhoeffers Handeln ganz stark von der Bereitschaft geprägt war, als Christ persönlich für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen. Dabei erwartete er allerdings die Befreiung von der Herrschaft des Nationalsozialismus letztlich nicht von seinen eigenen Aktivitäten, sondern von Gott und seinem Wirken. Selbst in größter Not und Bedrängnis wusste er sich in der Hand seines Herrn geborgen. Darin unterschied sich sein Widerstand von dem jener, die von verzweifeltem Rigorismus und realitätsferner Selbstüberschätzung getrieben wurden und werden. Am Ende seines bewegenden Vortrags übte Dr. Hauser deutliche Kritik an unterschiedlichen Versuchen, Bonhoeffer unangemessen zu überhöhen oder ihn ideologisierend für eigene Zwecke zu vereinnahmen. Nach dem gemeinsamen Singen des Bonhoeffer-Liedes „Von guten Mächten …“ gab es bei einem kleinen Imbiss und kühlen Getränken noch mancherlei anregende Gespräche mit dem
Referenten und untereinander.
 
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